Vilnius an einem Tag: Tor der Morgenröte, Kathedrale, Užupis und Drei-Kreuze-Hügel
Die Altstadt von Vilnius lässt sich gut an einem Tag zu Fuß erkunden. Dieser Spaziergang führt von Süden nach Norden: vom Tor der Morgenröte, dem letzten erhaltenen Stadttor, über den Rathausplatz zur Kathedrale, weiter zur Annenkirche und in das Künstlerviertel Užupis. Zum Abschluss geht es auf den Drei-Kreuze-Hügel mit Blick über die Dächer der Stadt. Alle Angaben zu Öffnungszeiten stammen von Go Vilnius, dem offiziellen Tourismusportal der Stadt.

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Warum sich die Altstadt von Vilnius für einen Tag eignet

Die Altstadt von Vilnius gehört zum UNESCO-Welterbe und ist trotz ihrer Größe gut zu Fuß zu bewältigen. Die Orte dieses Rundgangs liegen dicht beieinander, du brauchst also weder Bus noch Taxi. Die Route beginnt im Süden am Tor der Morgenröte, nicht weit vom Bahnhof, und endet im Nordosten am Drei-Kreuze-Hügel. Dazwischen liegen Kirchen aus Gotik, Renaissance, Barock und Klassizismus, ein lebhafter Rathausplatz und das kleine Viertel Užupis. Plane bequeme Schuhe ein, denn viele Gassen sind mit Kopfsteinpflaster belegt, und am Ende wartet ein Anstieg. Im Herbst und Winter wird es früh dunkel, deshalb lohnt sich ein früher Start.
Start am Tor der Morgenröte

Laut Go Vilnius hatte die Stadtmauer einst zehn Tore, erhalten ist nur das Tor der Morgenröte. An der Außenseite sind noch die Schießscharten zu sehen, die an seine Verteidigungsfunktion erinnern. Erstmals erwähnt wurde es 1514; ursprünglich hieß es Medininkai-Tor, weil der Weg nach Medininkai hindurchführte. Heute ist es vor allem ein Gebetsort: In der Kapelle über dem Durchgang hängt das Gnadenbild der Muttergottes der Barmherzigkeit, im 17. Jahrhundert eigens für diese Kapelle gemalt. Der Eintritt ist frei. Die Kapelle ist von Mai bis Oktober täglich von 6 bis 19 Uhr und von November bis April von 7 bis 19 Uhr geöffnet. Da hier oft Gottesdienste stattfinden, bitte leise sein.
Durch die Altstadt zum Rathausplatz

Vom Tor der Morgenröte führt die Straße Aušros Vartų nach Norden direkt zum Rathausplatz. Das Rathaus wurde laut Go Vilnius 1432 erstmals erwähnt und Ende des 18. Jahrhunderts von dem Architekten Laurynas Gucevičius im klassizistischen Stil umgebaut. Zeitweise diente es als Theater, hier wurde die erste Oper der Stadt aufgeführt. Heute finden im Gebäude Veranstaltungen, Ausstellungen und Konzerte statt, und es werden Führungen durch die Katakomben angeboten. Der Eintritt ist frei, geöffnet ist montags bis donnerstags von 9 bis 18 Uhr und freitags von 9 bis 17 Uhr; am Wochenende ist das Rathaus geschlossen. Achte auf das Stadtwappen mit dem heiligen Christophorus.
Kathedralenplatz und Glockenturm
Über die Pilies-Straße erreichst du den Kathedralenplatz. Die Kathedrale St. Stanislaus und St. Ladislaus steht laut Go Vilnius an der Stelle eines früheren heidnischen Tempels neben der alten Verteidigungsburg und gilt als Symbol der Taufe Litauens. Nach Bränden, Kriegen und Problemen mit dem Untergrund wurde sie mehrfach neu aufgebaut. Ihr heutiges klassizistisches Aussehen geht auf Laurynas Stuoka-Gucevičius zurück, doch in den Mauern stecken Spuren von Gotik, Renaissance und Barock. In der Kathedrale ruht der Landespatron, der heilige Kasimir. Sie ist täglich von 7.30 bis 19 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. Daneben steht der 57 Meter hohe Glockenturm mit einer Ausstellung und Blick über die Altstadt.
Annenkirche und Bernhardinerensemble
Nur wenige Minuten östlich der Kathedrale steht die Annenkirche, für viele das bekannteste Gebäude von Vilnius. Go Vilnius beschreibt sie als Meisterwerk der Spätgotik, das sich in fünf Jahrhunderten kaum verändert hat. Eine Legende erzählt, Napoleon habe die Kirche am liebsten auf seiner Handfläche nach Paris mitgenommen. Daneben stehen die Bernhardinerkirche und das Bernhardinerkloster aus dem 15. Jahrhundert, deren gotischer Grundriss bis heute erhalten ist. Eine Straße, die 1869 und 1870 durch das Ensemble gelegt wurde, hat den Zusammenhang jedoch dauerhaft zerschnitten. Die Annenkirche ist dienstags bis freitags ab 16.30 Uhr, samstags ab 10.30 Uhr und sonntags von 9 bis 17 Uhr geöffnet; der Eintritt ist frei.
Užupis: die Republik jenseits der Vilnelė
Hinter der Annenkirche überquerst du die Vilnelė und bist in Užupis. Mit 0,6 Quadratkilometern ist es laut Go Vilnius der kleinste Stadtteil von Vilnius. In den frühen 1990er-Jahren galt das Viertel als heruntergekommen, heute leben hier Künstler und Intellektuelle. Am 1. April 1997 erklärte Užupis mit einem Augenzwinkern seine Unabhängigkeit, samt eigener Währung, Regierung, Hymne und Verfassung. Die Verfassung hängt in vielen Sprachen an einer Wand und ist einer der beliebtesten Fotostopps. Sieh dir außerdem den Engel von Užupis, die Bartholomäuskirche und den Bernhardinerfriedhof an. Užupis ist ein Wohnviertel, also nimm Rücksicht auf die Menschen, die hier leben.
Zum Abschluss: der Drei-Kreuze-Hügel
Von Užupis aus ist es nicht weit in den Kalnų-Park, wo der Drei-Kreuze-Hügel aufragt. Oben stehen drei weiße, zwölf Meter hohe Kreuze aus Stahlbeton, die von weitem zu sehen sind. Laut Go Vilnius stand auf dem Hügel im 12. und 13. Jahrhundert eine hölzerne Burg. Seinen Namen hat er von einer Überlieferung, nach der hier Franziskaner als Märtyrer starben. Das heutige Denkmal schuf Antanas Vivulskis 1916, 1988 wurde es wieder aufgebaut. Von oben siehst du über die Altstadt; am Fuß des Hügels liegen der Bernhardinergarten und die Vilnelė. Abends werden die Kreuze bei besonderen Anlässen farbig beleuchtet. Der Weg hinauf ist steil, plane etwas Zeit und Kondition ein.
Praktische Tipps für deinen Tag in Vilnius
Wer früh startet, sieht das Tor der Morgenröte in Ruhe, denn die Kapelle öffnet schon morgens. Plane die Annenkirche am Nachmittag ein, weil sie unter der Woche erst um 16.30 Uhr öffnet, und das Rathaus an einem Werktag, da es am Wochenende geschlossen ist. Kirchen sind Gebetsorte: Schultern bedecken, leise sprechen und während der Messe nicht fotografieren. Öffnungszeiten können sich an Feiertagen ändern, prüfe sie daher vorher auf Go Vilnius oder den Websites der jeweiligen Orte. Die Katakomben der Kathedrale kannst du nur über das Kirchenerbemuseum besichtigen. Für den Rückweg bietet sich der Weg entlang der Vilnelė zurück in die Altstadt an.
Häufige Fragen
Reicht ein Tag für die Altstadt von Vilnius?
Ja, für die Hauptorte dieses Rundgangs reicht ein Tag, wenn du zu Fuß gehst. Für Museen wie den Palast der Großfürsten oder einen Ausflug nach Trakai solltest du einen zweiten Tag einplanen.
Kostet der Besuch der Kirchen Eintritt?
Laut Go Vilnius ist der Eintritt in die Kapelle am Tor der Morgenröte, die Kathedrale, die Annenkirche und das Rathaus frei. Für den Glockenturm und die Katakomben der Kathedrale brauchst du ein Ticket.
Wann ist die beste Tageszeit für den Drei-Kreuze-Hügel?
Am späten Nachmittag oder bei Sonnenuntergang, wenn das Licht über der Altstadt weich ist. Bedenke im Winter, dass es früh dunkel wird, und nimm bei Nässe festes Schuhwerk für den steilen Weg mit.
Quellen & aktuelle Informationen
- Go Vilnius — Gates of Dawn
- Go Vilnius — Town Hall of Vilnius
- Go Vilnius — Cathedral Basilica of St. Stanislaus and St. Ladislaus
- Go Vilnius — Church of St. Anne and Bernardine Complex
- Go Vilnius — Užupis: a Republic Inside Vilnius
- Go Vilnius — The Hill of Three Crosses
Preise, Öffnungszeiten und Fahrpläne können sich ändern. Prüfe sie vor deiner Reise über die verlinkten offiziellen Quellen.